
Stolberg - Donnerstag, 20.08.2009
Mittelbeschaffung entzweit die Kandidaten
Ferdi Gatzweiler sieht den Staat bei der Jugendarbeit in der Pflicht. Paul M. Kirch fordert Unternehmen zum Engagement auf.
VON TONI DÖRFLINGER
Auch wenn die finanziellen Mittel knapp sind, heißt das noch lange nicht, dass Stolbergs Jugendarbeit in Zukunft stiefmütterlich behandelt wird: Das erklärten übereinstimmend die Bürgermeisterkandidaten Ferdi Gatzweiler (SPD) und Paul M. Kirch (CDU), die sich im evangelischen Gemeindezentrum den Fragen des Jugendparlamentes stellten.
Unterschiedliche Positionen vertraten die Kandidaten nur hinsichtlich der Beschaffung der Mittel. Während Gatzweiler den Statt in die Pflicht sieht und Unterstützung bei der Finanzierung der so genannten freiwilligen Ausgaben einforderte, appelliert Kirch an die Unternehmen, sich an der Bereitstellung von Geldern zur Förderung der offenen und vereinsgebundenen Jugendarbeit zu beteiligen.
Auch wenn die Jugendvertreter diese Absichtserklärung mit Wohlwollen registrierten, blieben viele Fragen offen.
Und so war es Aufgabe von Carsten Kreitz, Dennis Michael Schmäcke, Nicolai Falter, Dominik Bayer, Claus Wenzler und Sabine K. Geicht, das Ganze konkreter zu fassen und die Runder der Kommunalpolitiker, die durch FDP-Bürgermeisterkandidat Bernd Engelhardt, Katharina Krings von den Grünen und Martin Peters von den Sozialdemokraten vervollständigt wurde, mit weiteren Fragen zu konfrontieren.
So drehten sich die Fragen der 17 und 18 Jahren alten Jugendlichen um den Fortbestand der KOT-Arbeit auf dem Donnerberg, um die nach ihrer Meinung unzureichende Medienaustattung in den örtlichen Schulen, die angeblich vorhandenen Frontenbildung zwischen den Schülern der unterschiedlichen Schultypen und dem nicht Fehlen von Kino und Diskothek.
Des weiteren kamen die unzureichende Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln bei Jugendveranstaltungen zur Sprache.
Unterstützung versprach Martin Peters bei der Förderung und dem weiteren Ausbau der Jugendarbeit auf dem Donnerberg. „Vieles lässt sich unkompliziert und vereinfacht auf kleinem Dienstweg regeln.“
Auf die seiner Meinung nach erfolgreiche Jugendarbeit der Vergangenheit verwies der Bürgermeister. Gatzweiler betonte, dass es gelungen sei, die offene Jugendarbeit zu stärken, indem in fünf Stadtteilen überdachte, außen liegende Treffpunkte eingereicht wurden.
Als Erfolg wertete der Bürgermeister auch den zukünftigen Einsatz des von Jugendsozialarbeiter Frank Döhla konzipierten Jugendbusses, der spätestens Ende Juli auf Tour gehen soll.
Als beispielhaft bezeichnete Gatzweiler zudem die Sozialarbeit an der Hauptschule Kogelshäuserstraße, die helfe, „Frontenbildung und Mobbing“ abzubauen.
Um auch in Zukunft qualifizierte Jugendarbeit leisten zu können, fordert Kirch einen Stopp der Schuldenspirale und regte die Gründung eines Founds an, indem Privatpersonen und Firmen Geldleistungen zu Gunsten der Finanzierung der Jugendarbeit einbringen könnten.
Keine oder nur unzureichende Lösungsvorschläge hielten die Kommunalpolitiker bereit, als von Seiten der Jugendlichen das Fehlen von Kino und Diskothek beklagt wurde. Und zumindest ab und zu aktuelle Filme bieten zu können, brachte Kirch in Erinnerung, dass im Kulturzentrum Frankenthal Leinwand und Vorführgerät zur Verfügung stehen.




